Schönes neues Egalia

Mutter Sprache ist auf meine Existenz etwa so gut vorbereitet wie Vater Staat auf die Existenz von Behinderten.
Luise F. Pusch

Einige Ausführungen zu patriarchaler Sprache im demokratischen Normalzustand. Ein Text von MFG: MFG Egalia


12 Antworten auf “Schönes neues Egalia”


  1. 1 biensche 10. Mai 2011 um 20:48 Uhr

    laut selbstaussage in angeblicher ermangelung eines szeneorgans (keine cee ieh-redaktion) in a4-kopie-form oder wie hier als pdf erschienen. (der feierabend! scheint sich in diesen kreisen immer noch großer unbeliebtheit zu erfreuen.

  2. 2 korinna 16. Mai 2011 um 12:06 Uhr

    hallo biensche,
    tatsächlich haben wir keinen moment an eine veröffentlichung im „feierabend“ gedacht. hat aber weniger mit unbeliebtheit zu tun – persönlich hab ich keine ahnung von eurer zeitschrift –, sondern eben mit einem geringem bekanntheitsgrad; weshalb ein sehr cee-ieh-bezogener text im feierabend wohl ebenso fehl am platz gewesen wäre wie in der papierausgabe der outside.

    grüße,
    korinna von der mfg

  3. 3 borg 18. Mai 2011 um 10:44 Uhr

    angesichts dessen, dass ihr einen text zur notwendigkeit feministischer sprachkritik &-praxis geschrieben habt, sind wir irritiert bis schockiert, dass ihr diesem ein rassistisches zitat von karin schrader-klebert voranstellt, und weder auf dessen kritikwürdigen gehalt noch auf die kritik eingeht, die zunächst von schwarzen feminist_innen geäußert wurde und sich im weißen feminismus nur langsam durchzusetzen scheint…

  4. 4 Tac 19. Mai 2011 um 10:18 Uhr

    Hei Borg,
    kannst du den kritikwürdigen Gehalt und die von schwarzen Feminist_innen formulierte Kritik an Schrader-Klebert ausführen? Ich kenne sie nicht und fand den Artikel von mfg sehr gut und nicht rassistisch

  5. 5 borg 20. Mai 2011 um 8:53 Uhr

    die schwarze kritik am zitat lässt sich folgendermaßen zusammenfassen:

    1.) der satz macht schwarze frauen unsichtbar, denn er geht davon aus, dass frauen weiß sind.
    2.) der satz geht in einer generalisierenden weise davon aus, dass alle frauen, auf grund ihres geschlechtes auf die gleiche weise unterdrückung erfahren.

    zur lektüre empfohlen sei eine vielzahl von büchern, etwa von bell hooks, patricia hill collins, noah sow, may ayim, ika hügel, die sich intensiv mit den spezifischen zumutungen (auch denen der weißen frauenbewegung und von formen des feminismus), die schwarze frauen erfahren, auseinandersetzt.

    konkret zum zitat noch zwei artikelhinweise:

    cornelia eichhorn hat sich schon 1992 zur problematik des satzes von schrader-klebert geäußert:
    http://theoriealspraxis.blogsport.de/images/C_Eichhorn_Frauen_Neger.pdf

    2009 hat sich Ina Kerner unter dem Stichwort Intersektionalität noch einmal mit dem Zitat befasst:
    http://www.feministische-studien.de/uploads/download.php?get=tx_cuppaperlist/Kerner1_09.pdf

  6. 6 korinna und sabrina von der mfg 20. Mai 2011 um 16:59 Uhr

    Hallo Borg,

    auch nach oberflächlicher Lektüre der verlinkten Artikel ist uns der rassistische Gehalt des Klebert-Zitats nicht klarer geworden.
    Für uns geht das Weiß-Sein aller Frauen aus diesem Satz nicht hervor. Schwarze Frauen werden doch, neben den sexistischen Repressionen, die sie betreffen, weil sie Frauen sind, auch als „Neger“ diskriminiert. Wir verstehen nicht, warum dieser Begriff schwarze Frauen ausschließen soll. Unserer Ansicht nach beschreibt dieses Zitat den globalen Charakter der Frauenunterdrückung. Wir sind durchaus der Meinung, daß es bei diesem Phänomen zahlreiche Gemeinsamkeiten über Ländergrenzen und sozialen Status hinweg gibt, ohne daß wir die Spezifika negieren würden. Das macht ja die Frauenunterdrückung erst zu einer solch wirkungsmächtigen Ideologie, daß sie überall aus dem gleichen Nährboden erwächst.

  7. 7 seven_of_nine 22. Mai 2011 um 18:34 Uhr

    ganz ehrlich, nur eine Empfehlung: weiter lesen. vor allem schwarze und mittlerweile auch ein paar weiße frauen haben sich schon die finger wund geschrieben gegen die von euch artikulierte, „nach oberflächlicher lektüre“ einschätzung.

    vielleicht als letzter lesehinweis:
    gloria t. hull 1982: „all the Women are white, all the Blacks are men, but some of us are brave…“

  8. 8 korinna 25. Mai 2011 um 7:58 Uhr

    sicherlich lohnt es sich, hier weiterzulesen – ganz ehrlich. uns hat jedoch irritiert, dass in beiden von borg empfohlenen texten das anstößige jenes satzes eben nicht erläutert wurde; es stand bei allen dreien (borg, kerner, eichhorn) lediglich derselbe kurze nebensatz „da er schwarze frauen unsichtbar macht“ – bei kerner (glaub ich) mit der maliziösen anmerkung, dass feministinnen wie schrader-klebert hiermit ihr anliegen „dramatisierten“. so ein nebenbei-abwatschen reicht mir nicht aus.
    aber wie gesagt, man könnte sich anderweitig belesen.

  9. 9 korinna 25. Mai 2011 um 8:14 Uhr

    nö, nachdem ich noch mal drüber nachgedacht hab, find ich eigentlich nicht, dass ICH mich weiterhin belesen müsste. es ist müßig und, von seven_of_nines warte her, ziemlich anmaßend, hier kritik zu äußern, ohne inhaltlich zu argumentieren, und stattdessen auf irgendwelche bücher zu verweisen. mach dir doch bitte zukünftig die mühe, deine kritik selber zu formulieren, sonst beschränk ich mich meinerseits darauf, mich ebenso autoritär wie stereotyp hinter schwarzer und adorno zu verschanzen. ganz ehrlich.

  10. 10 biensche 30. Mai 2011 um 13:37 Uhr

    „persönlich hab ich keine ahnung von eurer zeitschrift“

    ich gehöre nicht zu den redakteur_innen, aber danke :)
    nach dem cee ieh ist der feierabend! übrigens das dienstälteste leipziger linksradikale blatt, das verwundert es mich etwas, daß du es nicht kennst.

  11. 11 justus 01. Juni 2011 um 11:35 Uhr

    Ich würd´s eher als Kompliment ansehen, nicht zur „einschlägigen Szene“ gezählt zu werden.

  12. 12 sarah 11. Juli 2011 um 14:07 Uhr

    hey..bin über eure herleitung von herrlich und dämlich gestolpert..eure etymologische herleitung ist da leieder falsch..vielleicht hättet ihr vorher mal in den KLUGE gucken sollen,um so was zu vermeiden? so tragt ihr ja noch dazu bei,dass diese etymologischen irrtümer herumgeistern.

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