// AUFGEPASST // Wir haben eine neue Homepage!

Wir möchten euch herzlich einladen unsere neue Homepage zu entdecken!

Ihr findet uns ab nun unter:
http://outside-mag.de

Dieser Blog geht demnächst offline!

Dort gibts endlich genügend Platz und wir konnten für Euch sämtliche Beiträge seit Erscheinen der ersten Ausgabe hochladen: Zum Recherchieren, Nochmallesen, Ausdrucken, Diskutieren.

Die Bildarbeiten und zwei, drei literarische Beiträge aus den einzelnen Ausgaben sind noch nicht dabei, folgen aber bald.

Unsere Genossin made hat die HP programmiert und zusammen mit unserer Layoutcrew gestaltet. Vielen Dank!!

Enjoy: http://outside-mag.de !

eure
OTB-Redaktion

outside the box on tour // Hamburg 24.05.2014

Am 24. Mai kommen wir, Lieschen Müller und zwei Stammautorinnen nach Hamburg und plaudern aus dem Nähkästchen, erzählen euch die Geschichte „otb – wie es wirklich war“, decken den Zusammenhang von Erfahrung und feministischer Theorie auf, über den wir mit euch diskutieren wollen und lesen Ausschnitte aus den bisher erschienenen Ausgaben.

Ort // Golem, Große Elbstraße 14, 22767 Hamburg
Datum // 23.05.2014 (Samstag)
Uhrzeit // 19:30

Herzliche Einladung zum traditionellen Herrentagsfrühtück!

OTB #4 on tour // Lesung in Köln am 21.03.2014

Am 21.März sind wir zu Gast in Köln bei [out·reach] und werden einzelne Texte aus unserer Arbeitsausgabe lesen. Wir würden uns freuen im Anschluss mit euch ins Gespräch zu kommen!

Ort // LC36, Köln (Ludolph-Camphausen-Str. 36)
Datum // 21.03.2014 (Freitag)
Uhrzeit // 19h

Worum es gehen wird //
In der nunmehr vierten Ausgabe der outside the box geht es um ARBEIT.
Die Konzeption unserer Zeitschrift schloss die Einsicht mit ein, dass Erfahrung und Abstraktion getrennt und doch zusammengehören: Besonderes in Form von Handwerkerinnenprotokollen und kleinen Textschnipseln zu Uns und der Arbeit während des letzten Jahres, Allgemeines in Form von alles umfassenden feministisch-gesellschaftskritischen Artikeln, künstlerische Auseinandersetzungen rund um Arbeit und Gespräche über die Möglichkeit einer kommunistischen Praxis heute, Diskussionen über Psychoanalyse und die Zurichtung und Wichtigkeit von Arbeit.

Kommt vorbei!

It never rains in Leipzig. Das MdbK führt vor, wie Sexismus und Nazi-Ästhetik mit dem Bildungsauftrag zu rechtfertigen sind.

Eine Ausstellung im Leipziger Museum der bildenden Künste vereint Nazi-Ästhetik mit plattem Sexismus. Bei der Ausstellungseröffnung am 12.Oktober werden Protestierende mit Gewalt von Publikum und Security aus dem Raum gedrängt und eine Frau wird von einem Security – Mitarbeiter sexistisch beleidigt und geschlagen. Der folgende Text entstand im Vorfeld.

„Auf den ersten Blick ungewöhnlich ist das Zusammentreffen der Künstler Richard Müller und Mel Ramos.“, so steht es im Ankündigungstext für die Ausstellung „Die Schöne und das Biest“ im MdbK Leipzig.
Aber ungewöhnlich ist überhaupt nichts an diesem Zusammentreffen, weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick. Gewöhnlich ist vielmehr diese Phrase, welche Überraschungen verspricht, wo lediglich Klischees reproduziert werden. Hier würden, wie der Museumsdirektor Schmidt lächelnd auf der Pressekonferenz vernehmen ließ, zwei Produzenten von Männerphantasien zusammengebracht. Der eine, Richard Müller(1), Initiator der Dresdner Vorgängerausstellung zur Aktion „Entartete Kunst“ von 1933 und NSDAP – Mitglied bis 1936, drückte seine Frauenfeindlichkeit malerisch aus. In großformatigen Ölgemälden und kleineren Grafiken sind häufig eine nackte Frau und ein Tier zu sehen, und es entstanden Bilder mit Titeln wie: „Weiblicher Akt mit Schirm, eine Schildkröte abwehrend.“ Dieser Titel wäre lustig, wenn man die Geschichte ausblenden könnte. Wesen und nicht nur ein Aspekt dieser Gemälde ist der offenkundige Versuch, die Frau als gefährliche Verführerin zu stigmatisieren und der phantasierten männlichen Angst vor dieser in der Beherrschung Ausdruck zu verleihen. Und der Beitrag, den Müller zur Entwicklung des nationalsozialistischen Kunstverständnisses und Körperbildes geleistet hat, wird auf perfide Weise zu Gunsten der Ausstellung gewendet. Nazi – Ästhetik auszustellen heißt für das Museum, den Bildungsauftrag zu erfüllen.
Mel Ramos, ein Pop-Art-Künstler der Kalifornischen Schule, malt ebenfalls nackte Frauen, Frauen mit oder auf großen felligen Tieren, nackte Frauen von vorn, von hinten und von der Seite, aufgeladen mit dem was ein Museumsdirektor als erotisch versteht(2) – durch die Nachahmung flacher Werbeästhetik als Ware objektiviert und im Zusammenspiel mit dem Tier zur Natur degradiert. Die schablonenhaft dargestellten weißen Frauen(3) sind Phantasiefiguren. Hier ist keine ironische Wendung, keine Doppeldeutigkeit oder Kritik versteckt – Mel Ramos malt ganz einfach das, was er meint, und stellt sich auch in Interviews ganz klar als Sexist hin – das Problem damit haben die Anderen.(4) Solange es Leute gibt, die genau das, was Mel Ramos von Frauen denkt, in ihren Wohnzimmern hängen haben wollen, hat dieser Künstler genug Relevanz fürs Museum. Das Frauenbild der Künstler taugt, um Sexismus auszubuchstabieren: Einerseits ist die kontrollierende Frau zu sehen, die den Mann – oft personifiziert durch das Tier – an der Leine führt und durch ihre erotische Macht ihrem Willen beugt. Dieses Angstbild ist eine Grundlage von Frauenfeindlichkeit. In anderen Bildern ist die Phantasie der gebändigten, entblößten und willigen Frau zu sehen, die dem Mann nicht mehr gefährlich, sondern zu Diensten ist. Das Tier im Bild ist in diesen Fällen nicht gezähmt, sondern bedrohlich, und Bildaufbau und Symbolik implizieren Vergewaltigungsszenarien. Hier wird die Phantasie der männlichen Vorherrschaft im Blick des Künstlers transportiert – ein Aspekt des männlichen Künstlergenius, gegen Feministinnen bereits in den 1960er Jahren rebellierten und den man eigentlich nicht mehr im Museum, wenigstens nicht in Sonderausstellungen zu sehen hoffte. Denn geknüpft daran war immer eine Marginalisierung weiblicher Positionen und patriarchale Strukturen in der Kunstwelt, mal ganz abgesehen davon, dass diese Bilder zur Kunst geadelter Ausdruck blanker Frauenfeindlichkeit sind – stereotype Frauenbilder in Öl. Wolfgang Joops hinzukuratierte Affenbilder und Skulpturen sind nicht nur extrem kitschig. Affenbüsten mit vergoldetem Lockenkopf und menschlich anmutenden Brüsten verdeutlichen nochmal, worum es hier geht: die Nähe der Frau zum Tier. Der Glamourfaktor Joop sorgt für eine Aufwertung der Ausstellung.

Museale Rechtfertigungen
Eine solche Ausstellung zeigt, dass mit dem Bildungsauftrag des Museums jede Schandtat zu begründen ist oder aber einfach niemand mehr nachfragt, was ein Museumsdirektor und ein Kurator mit ihren Räumlichkeiten so anstellen. Die Rechtfertigungsstrategien des verantwortlichen Duos Direktor Schmidt und Kurator Jan Nicolaisen sprechen Bände.
Zunächst einmal ist deren einfache Begründung für eine Zusammenstellung sexistischer Kunst mit Nazi-Ästhetik sinngemäß: Wir wollten das mal machen. Glücklicherweise, so Schmidt, tauchten bald Leihgeber auf, die einen Richard Müller in ihrer Sammlung haben – Wolfgang Joop (5) stellt als bekennender Müller-Fan mehrere Werke zur Verfügung, weshalb er auch seine Affen mit in die Ausstellung bringen durfte. Unter den Sammlern sind so prominente Deutsche wie Richard von Weizsäcker oder Armin Müller-Stahl. Stolz zeigen Sammler ihre alten Nazi – Schinken, die durch solche Ausstellungen immer weniger als problematisch gelten. Bezahlt wird das Ganze von der BMW Niederlassung Leipzig.
Dass zwei Männer ihre Frauenbändigungsphantasien in Öl gießen mag ein Hobby sein, das niemand ihnen untersagen darf. Aber wie kommt ein Museum dazu, so etwas auszustellen? Die Kunsthalle Tübingen, die Albertina Wien und die Villa Stuck in München haben den Kalifornier Mel Ramos neulich gezeigt, so Schmidt stolz – wenn die großen Häuser es tun, dann wird das schon richtig sein, und ein Provinzmuseum möchte nicht dahinter zurückstehen. In Leipzig wird sogar noch eins drauf gesetzt, indem man dem Sexisten den Nazi daneben hängt und mit Hilfe des Glamour-Faktor Wolfgang Joop Journalist_innen und Besucher_innen blendet. Die Ausstellung würde durch diesem Zynismus hervorragend als Szenenbild für einen dystopischen Science-Fiction- Film taugen. Hier zeigt sich deutlich, was den Diskurs innerhalb der Museumslandschaft bestimmt, wie fahrlässig ein Urteil über die Geltung von Künstlern gefällt wird.
Die Frage antizipierend, wieso ein Nazikünstler und ein Machokünstler zusammen ausgestellt werden, hat man sich im Vorfeld einiges einfallen lassen. Die harmlosere und inhaltsleere Erklärung für die Ausstellung der Arbeiten Mel Ramos‘ liefert Direktor Schmidt auf der Pressekonferenz: Man müsse einfach die kalifornische Sonne mal erlebt haben, und einen Spaziergang am Muscle Beach gemacht haben, in diesem Land, in dem es Produkte nur noch in XXL- Größen gebe – Stichwort „Think Big!“ und ohne diese Erfahrung ließe sich ein Mel Ramos nicht verstehen. Das mag sein. Wer nicht gerade einen Sonnenstich hat, könnte an nackten stereotypen Frauen, die sich auf großen, dicken Zigarren räkeln oder aus der Verpackung eines Schokoladenriegels herausklettern, kritisch Anstoß nehmen.

Richard Müller, der zu kurz gekommene Maler
Unangenehmer wird es im Fall Richard Müller. Der Katalog zur Ausstellung wird vom Kurator als Beitrag zur Aufklärung gerühmt, denn hier wurde ein Hetzartikel abgedruckt, den Müller 1935 verfasst hat. Es wirkt, als stehe man mutig zu den Fehlern, die der hier hofierte Künstler in der Vergangenheit gemacht hat. Dass man damit einer alternativen Veröffentlichung dieses Artikels zuvorkommen wollte, ist wahrscheinlicher als das tatsächlich versucht wurde, dem Gegenstand gerecht zu werden (dann hätte man den Artikel ja abdrucken können, die Bilder aber im Depot lassen müssen). Am Ausstellungseingang ist eine Tafel angebracht, die über die Nazi-Vergangenheit Müllers berichtet, auch ein Video über die Dresdner Ausstellung von 1933 ist zu sehen. Mit diesen Feigenblättern wird kritische Auseinandersetzung behauptet, die aber durch das Gesamtkonzept der Ausstellung, das völlig affirmativ ist, überhaupt nicht eingelöst werden kann. Wie sollte auch durch die Zusammenstellung mit sexistischer Kunst eine angemessene Beschäftigung mit Nazi-Ästhetik ermöglicht werden? Schon die Ausstellung eines Nazikünstlers gereicht dem Museum aber nach Ansicht des Kurators zu Ehre. Nach den Worten Nicolaisens müsse man sich nicht nur mit den „Helden“ der Kunst im Nationalsozialismus auseinandersetzen. (Mit „Helden“ meint er, ohne den Zynismus der Wortwahl zu begreifen, diejenigen Künstler der Klassischen Moderne, deren Leben nach ihrer Diffamierung als „entartet“ durch solche wie Müller überhaupt nicht heldenhaft verlief, die ins Exil, in die Armut oder in den Tod getrieben worden sind.) Man müsse sich, so Nicolaisen, auch mit denen, die „im Nachhinhein als moralisch schlecht dastehen“, den „Unangenehmen“ beschäftigen. Richard Müller ist so einer, aber offenbar soll er uns deshalb leid tun: „Nach 1945 ließ die Kunst – und Kulturpolitik der DDR unter dem Einfluss von Künstlern und Kunsthistorikern wie Hans Grundig und Fritz Löffler den als ´Nazikünstler´ Stigmatisierten in Vergessenheit geraten.“(6) Wie man einen Nazi als Nazi stigmatisieren kann, bleibt unklar. Und warum man einen solchen heute erinnern und mit einer Ausstellung adeln muss, erklärt Nicolaisen auch nicht. Aber wahrscheinlich hat es einfach schon ein anderes großes Museum getan.
Die Leipziger „Auseinandersetzung“ ist das denkbar schlechteste Beispiel für den Umgang mit Nazikunst. Das MdbK beteiligt sich gerade an einem Projekt über Alfred Flechtheim, ein jüdischer Kunsthändler der klassischen Moderne, der als Opfer der Aktion „Entartete Kunst“ emigrieren musste, aus dessen Beständen sich die Nazis räuberisch bedient haben und dessen Frau sich 1941 angesichts der drohenden Deportation das Leben nahm. Wie aus Hohn liegt die Broschüre zum Flechtheim-Projekt der Pressemappe zur Müller-Ramos Ausstellung bei.
Die Blindheit für frauenfeindliche Stereotype und die Unbedarftheit in der „Auseinandersetzung“ mit Nazikunst konzentriert sich im Bild „Circe“ von Richard Müller, das vom Kurator ganz bewusst zentral gehängt wurde. Dieses Bild entstand 1933. Zu sehen ist das antike Motiv der Circe, eine Zauberin, die in der Odyssee Männer anlockt, um sie in Schweine zu verwandeln. Damit ist Circe ein kultureller Stereotyp der männlichen Angst vor der erotischen Kontrolle, die Frauen zugeschrieben wird. Dies sei zwar, so Nicolaisen, kein kritischer Kommentar Müllers zum Nationalsozialismus – was auch überraschend wäre, denn der Künstler war schließlich Nazi. Aber 1933 wurde, so der Kurator, „ganz Deutschland durch Hitler verführt“ – die Verführung an sich, die Verwandlung von Menschen in Schweine durch eine Frau mit magischen Kräften, werde im Bild „Circe“ allgemein thematisiert. Die Frau wird hier also nicht nur als Objekt, als Werbemittel, als Tier, als schmierige Herrenphantasie, sondern auch als Hitler-Allegorie und gleichzeitige Entschuldigung für „ganz Deutschland“ dargestellt. So etwas muss man erstmal Zustande bringen.

Eine Ausstellung als Zeitreise
So lernen wir aus der Ausstellung, was Frauen in den Augen der Künstler und Kuratoren alles sein können. Da gibt es keinerlei Bruch, keine kritische Einordnung, nur ein paar Alibi-Dokumente und Videos, die gerade so einen Zeitbezug herstellen – der Titel der Ausstellung, „Die Schöne und das Biest“, macht klar, dass es hier um eine Affirmation der Frauendarstellungen geht. Die Ausstellung ist ein Tiefpunkt des ohnehin oft unkritischen Umgangs mit Bildern in der Kunstwelt und lässt schon wieder die Frage relevant werden, wozu wir eigentlich Museen brauchen. Durch die traditionelle Hängung und Präsentation wird den Männer-Künstlern und ihrem Frauenbild Geltung verschafft, die Bilder werden im Wert steigen, wovon nicht nur Müller-Sammler_innen, sondern auch Sammler_innen anderer Nazikunst profitieren und mit dem Katalog gibt es eine weitere pseudokritische Publikation in den Regalen der kunsthistorischen Bibliotheken. Man wünscht sich angesichts der Ausstellung überholt geglaubte Performance – Interventionen feministischer Künstlerinnen und Aktivistinnen aus den 1970er Jahren zurück. Denn es wird nicht mal versucht, zu verschleiern, dass es sich um eine Ausstellung von Männern für Männer handelt. Diese Zeitreise hinter alle errungenen Standards lässt sogar die informelle Kunst der BRD der 1950er Jahre sympathisch erscheinen, die die Gegenständlichkeit gemieden hat wie der Teufel das Weihwasser. Warum diese Abneigung gegen gegenständliche Malerei einen durchaus sinnvollen Aspekt hatte, das zeigt „Die Schöne und das Biest“. „It never rains in California“, so der Direktor des Hauses über Mel Ramos´Arbeiten – im politischen und historischen Bewusstsein der Kuratoren scheint offenbar ebenfalls immer die Sonne.

(1) Bei Müller handelt es sich keinesfalls nur um einen angepassten Künstler, sondern um eine einflussreiche Persönlichkeit der kulturellen Gesellschaft. 1933 wurde er zum Direktor der Akademie in Dresden gewählt und nutze seine Position, um Otto Dix von der Schule zu werfen. Als Antisemit und völkischer Kunstlehrer und Publizist propagierte auf verschiedenen Wegen den „Verfall deutscher Kunst“ durch den Expressionismus. Christoph Zuschlag, der Experte für das Thema „Entartete Kunst“, findet klare Worte über Müller: „Er hat kräftig profitiert und andere ans Messer geliefert.“ (nach Jürgen Kleindienst: Ein heikler Dreier. Mel Ramos, Richard Müller und Wolfgang Joop im Bildermuseum. Leipziger Volkszeitung vom 11.10.2013)
(2) „Es geht ja darum, inwieweit sich die weibliche Libido auf das Animalische bezieht.“ zit. nach dpa/Schau! Die Leipziger Museumszeitung vom 21.10.2013
(3) Auf einem einzigen Gemälde von Mel Ramos ist eine schwarze Frau zu sehen, die als Sklavin einer nackten Weißen auftritt, und als einzige Vertreterin des Bildpersonals bekleidet ist. Dieses Bild ist eine Hommage an Manets „Olympia“, das in die amerikanische Gegenwart übertragen mehr als fragwürdig ist.
(4) Mel Ramos: „I tend to get the most flack from women who have flaws, who as I see it have visual flaws. Women who have, as I said, no flaws seem to enjoy my work.“ Paul Karlstrom interviewte Mel Ramos 1981 für Archive of American Art.
(5) Joop steuert für den Ausstellungskatalog einen Text mit dem Titel „Professor Richard Müller – Ausgrenzer und Ausgegrenzter!“ bei. Die naive Verdrehung der Geschichte wird hier schon durch die von Joops Wunschdenken produzierten Widersprüche offenbar: „Als Mensch und als Künstler ist Richard Müller geradlinig seinen Weg gegangen. Diese Geradlinigkeit hat ihn politisch und künstlerisch ins Abseits geführt und der Willkür der jeweiligen Zeit und deren Protagonisten ausgeliefert.“ Wolfgang Joop In: Die Schöne und das Biest. Leipzig 2013, S.101 ff.
(6) So die Homepage des MdbK zur Ausstellung.

Die Ausstellung „Die Schöne und das Biest“ im MdbK Leipzig sofort schließen!

Sehr geehrtes Museum der Bildenden Künste,
 
was Sie da als Ausstellung eröffnen, ist der letzte abgedroschene Scheiß. Animal paintings – in deren Zentrum junge barbiehafte Frauen stehen, die an einem überdimensionierten Kuscheltier lehnen? Wer ist hier bitte das Biest? Achso, es sind „hintergründige Metaphern“ – nur wofür? Symbolistische Frauenvisionen an Getier, Bedrohungsszenarien – auch ein Kommentar auf das Jahr 1933.
Die Frau so nah am Tier, als Objekt, der männliche weiße Künstler als Subjekt… ein Grundmuster des Sexismus in der Kunst, so oft bedient und wiederholt und immer noch stellt es vor allem das patriarchale Dominanzstreben in aller obszönen Selbstgefälligkeit aus. Und Sie entscheiden sich für eine Ausstellungskonzeption (?), die die Abwertung von Frauen als das Andere, die Zurichtung als Normkörper nun zum Bildthema, zum Inhalt hat! Und dieses Nichtthema – die Schöne und das Biest – ist gewählt, um einen Naziästheten, einen ignoranten geilen Sack, dessen schmalzige Fantasie Frauen zur Wurst in den Hotdog legt – Achtung, Parodie – und einen Modedesigner, der Kurator spielt zusammen zu halten! „Intensiv ist die jahrelange Auseinandersetzung mit dem weiblichen Körper“? Also bitte! Was soll das denn für eine Auseinandersetzung sein? Junge Frauenkörper als Ware, als Phalli, als Hüllen. Vergewaltigungsphantasien und Designerfrauen – metergroß an ihrer Fassade. Wie wäre es mit einer intensiven Auseinandersetzung mit Sexismus in der Kunst? Mit der Politik Ihres Hauses, in dem es in Ordnung zu sein scheint, dass Bilder der Gewalt und Bilder von Menschen, deren Verstrickung in den Nationalsozialismus nachweislich ist, gezeigt und gefeiert werden, ohne sie zu problematisieren oder ihren Gewaltcharakter offen zu legen. Statt dessen wird einfach nur gedoppelt, was an menschenverachtender Darstellung schon in der Welt ist – ob es sich gut verkauft oder für das „breite Publikum“ erst wieder vorgekramt werden muss. Was für ein Menschenbild hat jemand, der ab 1933 die NSDAP so fest umarmte, dass er seine Briefe mit „Altparteimitglied“ unterschrieb? Der sich an der Dresdner Ausstellung „Entarteter Kunst“ beteiligte? Dass Müller von der Kulturpolitik der DDR als Nazi-Künstler „stigmatisiert“ wurde, scheint ihn ihrer Meinung nach retrospektiv zu adeln. Später Triumph für den „Zeichner, Grafiker und Maler von Rang“ als den Sie Müller würdigen wollen, dass er mit einem 1933 entstandenen Circe-Bild jetzt Plakat einer Ausstellung sein darf, in der es um femmes fatales, playmates und Tierfrauen geht, um die Bedrohung des Mannes durch eine imaginierte weibliche Gefahr und die gleichzeitige „Lösung“ durch die Abtötung des Weiblichen in der Überidealisierung. Dem permantenten Zugriff auf den weiblichen Körper, für den Maler, Betrachter und Kunden entblößt und drapiert, steht bei Müller zudem die dumpfe oder verschlingende Tierhaftigkeit der männlichen Sexualität gegenüber. Was soll hier gewürdigt werden?

Radiointerview zur Ausgabe #4: ARBEIT

Zwei aus der outside the box-Redaktion waren zu Gast bei Radio Corax, das Gespräch kann hier unter Radiointerview angehört werden.

Bei Interesse, bestellt euch die neue Ausgabe unter
vertrieb@outside-mag.de oder schaut unter outside kaufen nach, ob es eine Verkaufsstelle in eurer Stadt gibt.
Über Reaktionen in Form von Emails, Post oder Rezensionen freuen wir uns sehr.

Die outside the box #4: ARBEIT erscheint // Release Party in Leipzig am 20. Juni 2013

Die outside the box #4 : ARBEIT ist im Druck und in den nächsten Tagen endlich fertig! Wir laden Euch herzlich ein, sie mit uns zu feiern und endlich in Händen zu halten: Am Donnerstag, den 20. Juni ab 18 Uhr bis in die Nacht wird es im A&V in der Lützner Str. 30 (Leipzig Lindenau) Sekt und Schnittchen geben und auch etwas Musik, wir werden aus zwei, drei Beiträgen lesen und kurz vom Entstehungsprozess erzählen – und als Hauptsache wird natürlich die 160 Seiten lange neue Ausgabe zu haben sein.

Wir freuen uns nach mehr als einem Jahr intensiver Arbeit sehr, dass es soweit ist und es wäre schön, mit Euch darauf anzustoßen!

release flyer längs

Move your Box

Move your Box

outside-Benefizdisko @ Conne Island, Leipzig
Freitag, 9. März, ab 23 Uhr
DJ Love & DJ Heartbreak // Sehnsucht & Leidenschaft
Cindy Fox // Disco
Greata // Indie/tronics
Der Junge in der Badewanne // Glam House

Hurra, wir sind zu dritt! – die Zweite.

Auch in Berlin wollen wir feiern, dass die dritte Ausgabe der outside the box das Licht der Welt erblickt hat.

Samstag, 25. Februar, 18 Uhr
f.a.q. Infoladen, Jonasstr. 40, Berlin-Neukölln

Wir freuen uns auf Sekt und Schnittchen, die wir mit Euch genießen wollen!



Referer der letzten 24 Stunden:
  1. google.com (5)